Donnerstag, 1. Dezember 2011

SOS....

Damit es gar nicht erst soweit kommt, haben wir uns die preiswerteste, wenn nicht sogar die "billigste" Rettungsinsel, die oder das"AWN Costal Liferaft" gekauft.

Da liegt sie nun fotogen vor unserer "Karibik-Installation" des letzten Jahres und sie war so billig, das wir hoffen, das wir sie nie benutzen müssen : Wir befürchten, das im Ernstfall anstelle der Rettungsinsel ein "Springteufelchen" erscheint und selbst wenn sie sich bestimmungsgemäß entfaltet, ist man mit ihr auf dem Dorfteich wohl am sichersten aufgehoben : Sie hat kein Dach, ist aber dafür mit Taschenlampe, Paddeln und Angelzeug, einem Logbuch und 6 Seekrankheitstabletten pro Person u.v.a.m. ausgestattet, steht zumindest in der Anleitung...!

Den Hinweis in der Gebrauchsanleitung "Besteigen Sie die Rettungsinsel erst dann, wenn sie völlig sicher sind, dass Ihr Schiff sinkt " mag jeder für sich interpretieren ...!

Spaß beiseite: die Überquerung des Kattegat anlässlich unserer Schweden-Reise im vergangenen Jahr mit einer Seestrecke von ca. 80 km hat  die Sorge aufkommen lassen, was denn wohl passiert, wenn die Kollision mit Treibgut so ein Loch in die ELSE reisst, dass sie sinkt oder ein Kabelbrand o.ä. das Verlassen des Schiffes notwendig macht: das Schlauchboot mag man nicht immer betriebsfertig mitführen, weil es sowohl auf dem Vordeck als auch achtern irgendwie stört.. so bliebe nur schwimmen und das erschien uns auch im Sommer als schlechte Alternative und im Hinblick auf unsere Zukunftspläne mit der ELSE, die uns über noch weitere Seestrecke führen werden,  haben wir uns dann für diese zugegebenermaßen "Low End"-Lösung entschieden. Besser als schwimmen...




    
  Da soll Platz für vier Menschen drin sein  ??



                                              besser als schwimmen...!


Sonntag, 30. Oktober 2011

Nach der Saison ist vor der Saison...

So ähnlich lautete schon mal ein Post, aber es ist wie es ist : Kaum ist ELSE aus dem Wasser, drehen sich die Gedanken schon wieder um die nächste Saison und was man bis dahin alles tun kann, um ELSE noch netter und funktioneller zu gestalten...

Und so ist es denn auch schon eingetroffen, das 100 Watt Solarpanel, welches uns nun endgültig  durchgängig den Betrieb von Kühlschrank, Licht, Musik, Laptop, Wasserpumpe usw. auch ohne Landstromanschluss sicherstellen soll...

Sowohl in diesem Sommer auf der Elbe als auch beim Ankern in der Schlei oder auf der Ostsee gab es nach zwei Tagen ohne Landstromanschluss "Engpässe" in der Stromversorgung, die wohl nun hoffentlich der Vergangenheit angehören werden...Zusammen mit einem Überbrückungsschalter, der uns bei Bedarf zusätzlich die Batterie vom Bugstrahlruder als "Verbraucherbatterie" zuschaltet, dürften mehrere "landstromfreie" Tage wohl ohne "Komforteinbußen" sichergestellt sein...



noch in "ländlicher" Umgebung : Das neue Solarstrom-Modul für die ELSE


Nur zur Belustigung :




Copyright : Kim Schmidt

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Über den Deich....

Seit dem vergangenen Wochenende ist die Bootssaison 2011 Geschichte und lebt "nur noch" von Erinnerungen.

Am Freitag Morgen sind wir -wie fast immer in diesem Jahr - bei entgegen der Vorhersage schönstem Wetter in Bleckede aufgebrochen, um  ELSE  in das Winterlager nach Dömitz zu fahren.

Zuvor haben wir ELSE an der Tankstelle in Bleckede voll getankt. Bis Hitzacker ging es überwiegend in  Gleitfahrt zügig voran, die Reststrecke bis Dömitz sind wir dann in Verdrängerfahrt gefahren, da die Wasserstandsvorhersage ab dieser Teilstrecke zwar auskömmliche, aber mit Fahrrinnentiefen um die 1,60 Meter eher gering vorhergesagt war. Dieses wieder einmal eher übervorsichtige Vorgehen hat sich insofern dann kurz hinter Hitzacker auch "gelohnt": mitten und genau in der Fahrrinne hebt sich  ELSE  kaum merklich leicht an und es gibt einen schrillen Flachwasseralarm am Lot. Schnell die Antriebe hochgefahren, nur noch ein Motor eingekuppelt und zum Glück ging es folgenlos über diese Untiefe hinweg und weiter… soviel zum Thema Verlässlichkeit der Fahrrinnentiefen; wir fragen uns, wie der uns weniger Stromkilometer später entgegenkommende Schubverband mit dieser Untiefe von ca. 80 cm umgehen wird...

Irgendwie erklärt sich durch dieses Erlebnis auch einmal mehr der ständige Baggereinsatz der Wasser- und Schifffahrtämter: offensichtlich baut der Strom je nach Lust und Laune auch bei gemäßigten Wasserstände und Strömungen Sandhaufen und in der Folge Untiefen auf. Zum Glück ist der Untergrund der Elbe ab Magdeburg nur sandig und so bleiben solche Erlebnisse zumindest bei langsamer Fahrt beschädigungsfrei....

Gegen 12:30 Uhr erreichen wir Dömitz, melden uns über Telefon bei "unserem Kranführer" Herrn Schlünz an, fahren in einem kleinen Seitenarm der Elbe, der früher einmal ein ehemaliger NVA-Stüzpunkt gewesen sein soll, ein und machen an einem maroden Schwimmsteg, der keinen Übergang zum Land hat, fest.

Wir vertreiben uns die Zeit mit Betreten des baufälligen Steges, versehen diesen dabei mit weiteren Löchern und nur kurze Zeit später erscheint mit einem kleinen Radlader mit angehängtem überdimensionalen Trailer im Schlepp Herr Schlünz und bedeutet uns, an dem unterhalb des alten "VEB-Takraff"-Kran liegenden Schwimmponton festzumachen.  (" Der Schwimmsteg ist übrigens gesperrt, da bricht man durch" ruft Herr Schlünz uns zu...)

Nach kurzer Abstimmung ziehen wir ELSE  an Leinen in die inzwischen zu Wasser gelassenen Kranschlingen, was erfreulicherweise trotz des Windes gleich beim ersten Mal klappt. Herr Schlünz gibt Gas, hebt Else an und schon kurze Zeit später wird sie mittig auf den Hafentrailer gesetzt, der dies mit Stöhnen und etwas platten Reifen quittiert. Wir lösen die Kranschlingen, zurren  ELSE  auf dem Hafentrailer fest und kurze Zeit später setzt sich das bizarre Gespann wackelnd in Bewegung und nimmt Kurs auf die Winterlagerhalle. Zuvor ist noch der Elbedeich zu queren und kurzfristig habe ich die Befürchtung, dass die ganze Fuhre es entweder nicht über den Deich schafft oder einfach seitlich vom Weg in den Graben fällt ! Zum Glück sind meine Befürchtungen unbegründet und nach ein paar hundert Metern steht ELSE vor der Winterlagerhalle und wird mittels Dampfstrahler vom Bewuchs befreit. Bis auf ein paar Elbe-Miesmuschel an den Antrieben gibt es aber erfreulich wenig zu Entfernen im Gegensatz zu dem üppigen Bewuchs nach einer Saison der Ostsee. Ein Teil der Muscheln wohnt jetzt übrigens bei uns im Teich…!

In den nächsten Wochen geht's noch einmal nach Dömitz, um die Arbeiten im Winterlager, insbesondere den heiß ersehnten Einbau des Solarmoduls abzustimmen. Ich freue mich über den verlässlichen Herrn Schlünz, der eigentlich immer so tut als ob er alles vielleicht irgendwann einmal machen wird, dann aber an alles denkt und es rechtzeitig vorbereitet und hinkriegt. Im Gegensatz zu den "Massenkranungen" am Krantag der Vereine oder an der Ostsee läuft hier alles eher familiär und ohne die hilfreichen Kommentare unbeteiligter berufener Dritter ab.

Die Elbe und ihr Drumherum macht so einmal mehr Freude und im Rückblick auf das in diesem Jahr an und mit der Elbe Erlebte kann man sich bereits jetzt schon wieder nur schwer entscheiden, ob man lieber an der Elbe oder lieber an der Ostsee Boot fahren will…

Die kurze Wartezeit bis Mai nächsten Jahres werden wir uns mit der Planung unserer " Rügen-Rund-Reise" vergnügen und in den Erinnerungen und Bildern dieses Sommers stöbern.


Die letzten Bilder 2011 :


weiße Reiher beäugen uns...



                                         Ein letztes Mal kann ich mich nicht satt sehen !
















                                                                                   "wie vor...!"


Ankunft  im "Kranloch"


"ready for take off...!
















"lift off...!",  ELSE schon fast raus aus ihrem Element



                                          kaum Bewuchs im Süßwasser...



video
 ELSE`s letze Fahrt 2011...
















Ups, der Deich...!


                     
                                          Heil angekommen...!


Nachdem wir ELSE "abgeliefert" habe, sind wir zu Fuß in die "Innenstadt" von Dömitz maschiert und haben uns im "Panorama-Cafe" nicht nur einen Kaffee, sondern auch einen überwältigenden Rundumblick gegönnt.
Das "Panorama-Cafe" ist auf einen alten Kaispeicher aufgebaut und irgendwie mag man es für einen Ausflug empfehlen... (http://www.doemitzer-hafen.de/49/Panorama_Café.html).



Blick aus dem "Panorama-Cafe" auf den Dömitzer Hafen und die Mündung der Elde-Müritz-Wasserstraße mit der ersten Schleuse.

Am späten Nachmittag holt uns Jürgen in Dömitz ab, wir fahren nach Hause und ein wenig bin ich auf ELSE neidisch : "Winterlager" bis zum nächsten Frühjahr würde ich auch gerne machen...!


MY.ELSE@kabelmail.de





Dienstag, 4. Oktober 2011

Noch mal richtig Spaß...

Das Saisonende naht, ist greifbar...Am verlängerten "Feiertagswochenende" haben bei schönstem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen alle auf und an der Elbe noch einmal ihrem Hobby gefrönt und hatten in ganz unterschiedlicher Weise offensichtlich viel Freude und Vergnügen.....

Heckwellenakrobatik...

Auf unserer bei etwa 55 km/h produzierten Heckwelle begleiten uns über einige Kilometer diese beiden mit 130 PS motorisierten Bootsfahrer und nutzen unsere Heckwelle mit sichtbarem Vergnügen aus :

video

Zugegeben, zwei Stunden vorher haben wir das im Kielwasser eines gleitenden größeren Sportbootes auch probiert, "gewichtsbedingt" aber mit vergleichsweise "mäßigen" Erfolg...


Auch die Jetskifahrer hatten noch mal richtig Spaß :

















ebenso wie die Ballonfahrer...












die  "Strandfahrer"...


die "Strandbevölkerer" (sonnen, baden, grillen, gucken...)



Die "Entgegenkommer"

















und einfach wir mit einer schönen Fahrt von Bleckede in den Schutzhafen des Wasser- und Schiffahrtsamtes bei Tiessau, kurz vor Hitzacker und zurück nach Bleckede:

Vielfältigste Aussichten auf die ruhige herbstliche Elbe, eine warme, sonnige und ruhige Kaffepause im Schutzhafen und ein letztes, bei dem warmen Wetter erfrischendes Bad im 18° warmen Wasser der Elbe und eine schöne Rückfahrt nach Bleckede...


video




    Elbepanorama vor Hitzacker....
















Im "Schutzhafen" Tiessau...




Ausfahrt aus dem "Schutzhafen" in Richtung Elbe...



Heimfahrt....

Den ganzen Tag begleiten uns über dem Wasser schwebende Spinnenweben, die im Gegenlicht wie silbrige "Sehstörungen" anmuten, bei näherer Betrachtung aber einen wohl wichtigen Zweck erfüllen : Mit ihnen  gehen, besser gesagt fliegen, offensichtlich "Babyspinnen" auf die große Reise und verbreiten sich zahlreich, auch auf die ELSE.

Gegen 18:30 Uhr sind wir in Bleckede zurück und die vorletzte Fahrt in dieser "Saison" endet ein wenig wehmütig : Die Betten werden abgezogen, die übrig gebliebenen Vorräte und Kochzutaten und dies und das werden zusammengepackt und ELSE verliert zusehends ihre selbstverständliche Wohnlichkeit, mit der sie uns den Sommer über jederzeit ein Kommen und Gehen ohne Gepäck und "sonstigen Ballast" ermöglicht.

Zwischenzeitlich ist es  fast dunkel und Jürgen und Lorenz, etwas später auch Andrea nebst geschwisterlichem Anhang, sind in Bleckede eingetroffen, um einen der letzten Abende auf deren JALL zu verbringen; dieses Vorhaben wird zunächst unterbrochen durch ein gemeinschaftliches Abendessen beim Italiener "Manchini" in nun eher großer Runde...

Da es ausgesprochen nett wird, fällt es ein wenig leichter, den Bootssommer an dieser Stelle loszulassen...

Zumindest etwas leichter...



MY.ELSE@kabelmail.de

Freitag, 9. September 2011

Großstadtrevier...


Schon fast traditionell, haben wir am vergangenen, durch Urlaub verlängerten Wochenende mit Jörg und Elzbieta auch in diesem Jahr einen gemeinsamen Ausflug mit ELSE gemacht. Diesmal ging´s nach Hamburg.
Am Freitag morgen sind wir bei strahlendem Wetter gegen 11 Uhr in Bleckede aufgebrochen.
Etwa zwei Stunden später fahren wir nach kurzer Wartezeit als letztes Schiff hinter einem fast die ganze Schleusenbreite einnehmenden Schubverband in die Schleuse Geesthacht ein.
Nach kurzem Missverständnis mit dem Schleusenwärter  ("es gibt noch andere Sportboote mit Funk" meint er zu meiner Antwort "ich bin schon drin und fest" auf seine nach meiner Wahrnehmung mir geltenden Aufforderung,  "das Sportboot soll einfahren") geht´s aufgrund der Ebbe im Unterwasser etwa  drei Meter abwärts und die Fahrt bei Niedrigwasser weiter in Richtung Hamburg.  Warum denn nach uns kein weiteres Sportboot mehr in die ohnehin volle Schleuse einfährt, bleibt sein Dienstgeheimnis...

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir den unmittelbar an der Elbphilharmonie gelegenen City-Sporthafen und machen erst mal innen an der Aussenmole fest, da nicht gleich erkennbar ist, wo wir uns "hinlegen" sollen. Andere machen das anders und ruckzuck sind die uns vom Hafenmeister zugewiesen möglichen Plätze durch neu einfahrende Schiffe belegt. Wir bekommen dann einen Platz am Haupsteg, den er eigentlich nicht belegen wollte ("Dienstgeheimnis" ?!) Dort können wir bis Montag liegenbleiben und alles ist gut, allem voran das tolle warme schwachwindige Wetter (nach einer regnerischen kalten Woche !).

Wir geniessen den Abend, verspeisen die Von Jörg und Elzbieta mitgebrachten Unmengen Antipasti, Schnitzel und die auch schon fast "traditionellen" Würste aus Polen. Uli kann arbeitsbedingt leider erst am Sonnabend nachkommen und verpasst leider einen guten Teil der Zeit in Hamburg.

Den Sonnabend verbringen wir bei schönstem, sehr warmen Wetter mit einem ausgiebigen Stadtbummel. Ab dem späten Nachmittag vertreiben wir uns dümpelnderweise die Wartezeit bis Ulis Eintreffen  auf der ELSE.  Kurz nach 18:00 bringt ein offensichtlich orientierungsloser Taxifahrer Uli vom Hauptbahnhof zum Hafen. Da er weder den City-Sporthafen noch die vielbefahrene Hauptstraße, an der die Hafen liegt, kennt, grenzt Ulis Ankunft an ein kleines Wunder, welches wir gebührend begiessen. Nun sind wir vollzählig, alles ist gut und wir angesichts des zu frühen Alkoholgenusses und natürlich auch der "Hitze" zu schwach, noch irgendwo Essen zu gehen...

Wir "beschränken" uns auf den Verzehr der reichlich vorhanden "Antipasti- und Schnitzelreste" vom Vortag, ergänzen das Menue durch "regelmäßig mitgeführte" Vorräte aus ELSE`s Keller und freuen uns, das wir nicht mehr los wollen und geniessen den Abend auf der ELSE im mediterran-umtriebig wirkenden City-Sporthafen, der offensichtlich allen im Hafen Spaß macht.

Zu fortgeschrittender Stunde werde ich zunehmend Opfer meiner Crew : Meine "maritime Internetbekanntschaft" Hennig, mit dem mich ein intensiver Austausch zu vielen Fragen und Gedanken des Reisen mit dem Motorboot umd andere Themen verbindet, ist an diesem Wochenende in unmittelbarer Nähe zum Hafen mit seiner Frau Regina auf einer Feier und die beiden haben ihren kurzen Besuch in Aussicht gestellt.

Dies gibt meiner bösen Crew vielfältigen Anlass zu allerlei netten Lästereien : Man mahlt sich ausgiebig aus, wie wir uns denn erkennen würden beim ersten Mal, ob wir lieber allein sein wollen und vieles andere mehr... Purer Neid, denke ich und als dann tatsächlich Henning und Regina eintreffen sind alle wieder halbwegs artig und können sich benehmen...

Henning und Regina können leider nur kurz bleiben, weil sie zu der Feier zurück müssen und ich freue mich, mein "Online-Gegenüber" live kennegelernt zu haben und ich bin sicher, irgendwann werden wir nicht nur per email, sondern auch zeitweise auf dem Wasser einen gemeinsamen Kurs haben.

Die erste Idee einer gemeinsamen "Hochseefahrt" mit Hennings und Reginas  GAMBRINUS und unserer ELSE nach Helgoland ist schon geboren und im "Konvoi" werde ich dann sicher auch meine "Gezeitengewässerphobie" leichter ablegen können. 

Der Rest ist schnell erzählt : wir "chillen" weiter, auch am Sonntag, der mit einem schönen Essen im "Portugiesenviertel" seinen vorläufigen Abschluss findet. Ein Teil der Mannschaft geht um zwölf in die Koje, der andere Teil hat Gesprächsstoff bis vier Uhr morgens...

Dementsprechend träge gestaltet sich unser Aufbruch um, ja, tatsächlich um noch vor 7 Uhr : wir wollen bei leerem ruhigen Hafen noch eine "Hafenrundfahrt" machen !

Diese fällt eher kurz aus, da uns schon vor Blankenese eine ziemliche "Unsichtigkeit" erwartet und auch wenn man noch genügend weit gucken kann, macht es nicht wirklich Spaß, zumal alle eher müde sind. Wir drehen um, fahren auf der Norderelbe zurück, erleben die wolkenverschleierte Sonne über der Elbphilharmonie passieren die Elbbrücken und fahren auf einer trägen, bleiern wirkenden Elbe ohne Strom, da dieser sich wohl gerade mit der auflaufenden Flut aufhebt. Elbaufwärts nimmt der Strom langsam auf 3 km/h zu, irgendwann um die Mittagszeit schleusen wir in Geesthacht elbaufwärts und erreichen bei zwischenzeitlich sehr schön gewordenen sonnigen Wetter Bleckede.

Wohl die letzte mehrtägige Fahrt in dieser Saison...
Das "Kopfbild" zeigt bei genauem Hinsehen den City-Sporthafen mit der halbfertigen Elbphilharmonie, das im Hafen liegende alte Feuerschiff und den Museumsfrachter "Cap San Diego".

Mehr Bilder gibt`s hier von diesem Ausflug heute nicht, dafür umso schönere, wenn Jörg mir die von ihm aufgenommenen Bilder schickt..!

Dafür ein paar Bilder von einen Rundflug mit der JU 52 der Lufthansa über den Hamburger Hafen im Jahre 2004 :



Der Hamburger Hafen : Im Bild, etwa Mitte links der City-Sporthafen mit dem  dem fahrtüchtigen Museumsfrachter "CAP SAN DIEGO" davor....


noch besser zu sehen....



nun ganz genau zu sehen ! Warum ist der City Sporthafen Ende Oktober randvoll ?? Google klärt auf : da war die Hanseboot "in water show" !



nochmal, aus dem Seitenfenster der JU 52, dahinter die Alster....


Cockpit der JU 52...


Donnerstag, 1. September 2011

Sonntag, 28. August 2011

Rückblick...

Die Reise auf der Elbe nach Tschechien liegt nun schon ein paar Wochen zurück und Erinnerungen mischen sich an diesem Abend, auf der ELSE sitzend, mit den Ideen und Träumen für den spärlichen Rest der Saison 2011, den Plänen für 2012 und die Ostsee-Rund-Reise 20XX.

Die vielfältigen Eindrücke der Elbereise beherrschen aber immer noch mein "Bootsdenken" und im Vordergrund steht immer noch das völlig unerwartete Erlebnis der "Elbe allein für uns" ab Magdeburg bis zur Grenze. Nie im Leben hätte ich gedacht, das auf diesem Teil der Elbe nahezu nix los ist und eine Autarkie gefordert ist, über die man an der Ostsee - zumindest den Teil den wir kennen- überhaupt nicht nachdenken würde.

Neben dieser notwendigen Autarkie bestimmen auf der Elbe die Wasserstände den Weg wie an der See der Wind.

Trotz drei Wochen Zeit für eine vermeintlich relativ kurze Strecke war unsere Zeit viel zu kurz : Im Elbsandsteingebirge und auch an vielen anderen Stellen fehlen uns eigentlich Wochen, um alles in der gebotenen Tiefe wahrzunehmen und zu ergründen...Jammern auf hohem Niveau und einmal mehr die Erfahrung, das der Weg das Ziel ist, auch wenn man bei jeder Reise irgendwann das unvermeidliche "Halbzeitgefühl" hat und immer haben wird...

Neben den nicht weiter beschreibaren unvergesslichen Eindrücken und Gefühlen gibt es eine Reihe pragmatischer Erfahrungen, die in unserern nächsten "Törns" berücksichtigt werden und ELSE weiter "reifen" lassen: 

Gegen Ende der Reise gab das Pump-WC seine Geist auf : Zum Glück beschränkte sich der Defekt auf die Spülfunktion, das Entsorgen der Hinterlassenschaften funktionierte mit Spülwasser aus der Dusche -zu Lasten des Frischwasservorrates- immer noch... Ursachenforschung mochte ich angesichts der gegebenen wichtigsten Funktion und vier Menschen an Bord nicht betreiben; Zwischenzeitlich habe ich die Pumpe ausgetauscht und für die alte einen Reparaturset erstanden. So wird für diese nicht zu vernachlässigende wichtige Funktion immer Ersatz mitreisen in Form der reparierten alten WC-Pumpe..! Mein Ärger "warum ist das Teil nach drei Jahren schon reparaturbedürftig" hat sich beim Nachdenken relativiert : ELSE`s WC ist in diesen drei Jahren so viel benutzt worden wie auf einem "normal" genutzten Schiff in ca. zehn Jahren....! Insofern ist alles gut...!

Motto von JABSCO (dem Hersteller der WC-Pumpe) auf der Verpackung : "Make your boat a better place to be"... Wie wahr !

Das Problem mit dem "abgeregelten" Steuerbordmotor hat sich auch unspektakulär geklärt : Nachdem im Kraftstoffvorfilter eher wenig Schmutz war, haben wir als Ursache einen zu lockeren Feinfilter ausgemacht; Dort wurde wohl anstatt Kraftstoff bei Vollgas Luft mit angesogen. Zumindest ist das Problem durch festziehen des Filters aktuell beseitigt und ELSE`s STB-Motor dreht wieder bis zur Nenndrehzahl hoch und ich leiste innerlich Abbitte bei der Magdeburger Tankstelle mit ihrem vermuteten Bodensatz (siehe Post vom 1. August 2011)

Bleibt noch zu erwähnen, das am neuen Spirituskocher am ersten Tag, noch vor der Abfahrt, der Schalter einer Herdplatte seine Dienst quittiert hat : ärgerlich aber völlig unerheblich, da es ja ohnehin eher selten Landstrom gab und die Leistung des Herdes bei Spiritusbetrieb sogar größer ist ! Wir haben etwa vier Liter Spiritus beim Kochen "verfeuert" und nach Lektüre verschiedener Segelbücher sind wir eimal mehr davon überzeugt, das Spiritus besser ist als Gas: keine wiederkehrende kostenpflichtige Überprüfung durch irgendwelche wichtigen Prüfer und überall erhältlich und transportabel auch ohne Auto. Dem Vernehmen nach gibt es in Skandinavien und im Baltikum andere und unterschiedliche Anschlüsse an Gasflaschen und eher selten Menschen, die einem die schwere Flasche ans Schiff liefern...Im Rucksack mag man die auch nicht von der nächsten Tankstelle hohlen und so freuen wir uns über unseren Origo-Kocher, für den wir uns Ende letzten Jahres nach langem Für und Wider entschieden haben.

Das war`s auch schon fast an "Problemen", der benötigte Schlauchverbinder zu Nutzung auch kilometerweit entfernter Zapfstellen für Frischwasser ist schon an Bord und das Solarpanel kommt in der nächsten Saison garantiert - letztlich haben wir es seit Anfang an vermißt, siehe Post vom 9.September 2010. Diesmal gab es trendmäßig "Strommangel" nicht wegen zu langem Ankern, sondern wegen nur spärlich vorhandener Landanschlüsse, der schon etwas gealterten Batterien und wahrscheinlich auch durch den Stromverbrauch des Autopiloten und der dadurch während der Fahrt reduzierten Ladeleistung der Lichtmaschinen . Ein kleiner Generator wäre billiger als das Solparpanel, aber wer mag schon das Lärmen des "Moppel`s" und das hantieren mit Benzin, welches es dann vielleicht nur wieder mit Aufwand gibt...

Erfreut hat mich, das ELSE´s Motoren trotz der weit über 100 Betriebsstunden  in der bisherigen Saison keinen messbaren Ölverbrauch hatten und das der bisherige geringfügige Wassereintritt im Motorraum wohl nun endgültig aus der Welt ist.

Die Notwendigkeit der baldigen Verwirklichung weiter maritimer Träume wird belebt durch ein Gastliegerpaar neben uns aus Berlin : "Mutti" mit Rollator und saurierähnlichen Bewegungabläufen beim Besteigen ihres Segelschiffes....Nun gut, "Mutti" erklärt ungefragt, das sie ja auch schon 83 Lenze zählt und ihr von uns versehentlich als mitreisender Sohn angenommener sehr gut erhaltener Mann auch schon über 80 ist...!! Er fabuliert von der 38. Saison mit seinem jünger wirkenden Segelschiff, kocht auf einer mobilen Herdplatte Kartoffeln, ehrt mich als angenehmen Stegnachbaren, mahnt zur Ruhe beim gemeinsamen Wasser bunkern (obwohl ich echt langsam und entspannt bin !) und wiegt sich in meinem sehr ehrlichem Respekt.

So gesehen habe ich theoretisch mindestens noch ca. dreißig Jahre Boot fahren vor mir ! Irre...!


Der Stegnachbar mit dem Rollator seiner Liebsten vor dem Schiff...




Abendstimmung im Bleckeder Hafen



MY.ELSE@kabelmail.de