Montag, 20. Juni 2011

ELSE wird erwachsen...

ELSE wird erwachsen und hat mit ihrem neuen Autopiloten die Fahrt nach Bleckede am 10. und 11.06.2011 überwiegend selbständig bewältigt : Nach der Anreise nach Kappeln per Bahn und Taxi am Donnerstag vor Pfingsten sind wir am Freitag morgen um 9:30 in Richtung Bleckede, besser zum Tagesziel Travemünde oder Lübeck aufgebrochen. (Travemünde ist es dann geworden...). Nach der obligatorischen guten halben Stunde auf der Schlei haben wir bei Sonne und 3 Beaufort die Ostsee erreicht und wollten das mißlungene Kompasskalibrierungs- und Autolearn-Procedere des Autopiloten (siehe vorangegangenen Post) nunmehr ohne Hindernisse wiederholen, besser : abschließen. Während ersteres trotz artigem Kreise fahren nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte ( keine "Fertigmeldung" des Autopiloten) wurde das "Autolearnmenü" etwas großspurig mit dem Hinweis "Bestanden, Sie haben das Steuer" erfolgreich abgeschlossen angezeigt.  Ruckzuck ein paar Wegpunkte eingegeben und ELSE folgt der Route des GPS mit Abweichungen von nur wenigen Fuß (0 bis max.20 feet) wie auf Schienen. Die eingegebene Tonne KO 2 entgeht nur knapp der Kollision mit ELSE, so genau wird sie angesteuert. Hindernisse können mit der "Dodge"-Funktion umfahren werden, nach Umfahrung kehrt ELSE selbständig zügig auf die Kurslinie zurück ! Genial ! Mitunter fühlt sich keiner zuständig für`s Fahren und so vergeht die Zeit mit Kaffee trinken, sonnen, chillen usw. So gesehen nicht ungefährlich, aber einer(e) hat immer geguckt, ob irgendwas im Weg ist.  Um es abzukürzen : So gehts wunderbar überwiegend in Verdrängerfahrt weiter bis nach Travemünde, wo wir unweit des Fahrwassers einen unruhigen Lieegeplatz an der "Waterfront" finden, dafür nur 40 Meter zum nächsten Restaurant...! Am nächsten Tag gehts früh (9:00 Uhr) weiter, der Wellenschlag von Peter Pan und Co. und deren auf ELSE übertragene Unterwasserlärm läßt uns nicht lange schlafen.  Durch den Stadtpark von Lübeck geht`s weiter zur ersten von sechs Schleusen im Elbe-Lübeck-Kanal. Alle Schleusen stehen -Dank Fahrt im "Pulk"- auf "grün" und nach Anmeldung über Funk wartet der Schleusenwärter mit dem Schleusen auch schon mal bis man da ist...!

Da es so gut geht beschließen wir, bis nach Bleckede durchzufahren. Während in Travemünde mit dem Verlassen der Ostsee und deren Weite, Einsamkeit und weißen Kielwasser ein wenig das Herz blutet (wann sind wir hier wieder ?!), empfängt uns die Elbe nach mehr als neunstündiger Kanalfahrt mit ihrem unvergleichlichem Charme, Sonne, "Urstromfeelinig" und der gleichen schönen Einsamkeit...! Der Autopilot hat sich entgegen der Befürchtung auch auf dem Kanal bewährt : Mit nur einem Motor und somit Linksdrall steuert er trotzdem gerade Kanalstrecken perfekt geradeaus und Kurven können besser als am Steuer mit den +/- Tasten am Autopiloten komfortabel am Niedergang stehend gesteuert werden !

Gegen 21:00 Uhr kommen wir in Bleckede an, wo wir von Andrea und Jürgen an dem für diese Saison gebuchten Liegeplatz erwartet werden. Aufgrund der guten Begleitumstände "zu früh" angekommen, steht uns ein ruhiger Pfingstsonntag in Bleckede bevor...Am Pingstmontag holen uns Bernd, Alena und Mila ab und ELSE´s und unserer "Binnensommer" hat begonnen !

Zwischenzeitlich ist ELSE dank Hilfe mit ihrer eigenen Webcam online : Immer wenn wir an Bord sind und Verbindung zum Mobilfunknetz haben kann man ELSE´s Umgebung als Livestream mit Ton betrachten und anhören...! (siehe unter "Webcam" im Blog)

Nachstehend nun die Eindrücke von unserer "Überführungsfahrt", die, obwohl  "Mittel zum Zweck", für sich betrachtet ein Erlebnis für sich war...

                                         ELSE fährt alleine ....!

Auf dem Weg von Kappeln nach Travemünde durch den Fehmarnsund
                                         richtig allein....
                                         ELSE fährt uns...!
Liegeplatz in Travemünde...



                                         Ups, ganz schön nah dran...
                                         nochmal bzw. immer noch nah...

"Waterfront" vor dem Bug am Liegeplatz

                Am Liegeplatz in Travemünde, Ansicht des Kartenplotters, das Bootssymbol ist ELSE


                                         Abendstimmung am Liegeplatz...
                                          "Gegenvekehr" auf der Trave
                            gefühlt verbotene Fahrt durch den Lübecker Wallgraben im Stadtpark...
                                         Kanalfahrt...
                                         Schleusen bis der Arzt kommt....
                                         Immer noch Elbe-Lübeck-Kanal...

                                         Schleusen dito....

    Kanal dito....



                                         Elbe erreicht !
                                         Elbecharme 1
                                         Elbecharme 2
                                         Elbecharme 3
                                         Freundliche Begrüßung nach der Ankunft...!

Montag, 6. Juni 2011

Mieser Saisonauftakt

Das hat keinen Spaß gemacht : Nachdem entgegen dem vereinbarten Termin  erst zwei Wochen später ins Wasser gekommen ist,  habe ich sie am vergangenen Sonntag Abend am falschen Liegeplatz und verkehrt herumrum und zu kurz festgemacht vorgefunden. Umdrehen wollte ich ELSE aufgrund der an diesem Liegeplatz weit entfernten Heckpfähle und bei Regen und Wind alleine auch nicht und so konnte ich dann nur Dank meiner langen Beine an Bord gehen und die mitgebrachte "Erstausstattung" über die nasse und glitschige Badeplattform an bringen.
In der Abenddämmerung konnte ich dann noch feststellen, dass die in der vergangenen Saison festgestellten Risse an drei Relingsstützenfüßen völlig dilettantisch "repariert" worden sind : Sprühsahne o.ä. anstatt Gelcoat...! Und der Tiefenmesser geht auch nicht...! Super !! Immerhin hatte diesmal Volvo-Penta tatsächlich den schon vor einem Jahr bestellten Ruderlagegeber eingebaut und genau so, das er sogar funktioniert !

Wasser aufgefüllt, alle Leitungen entlüftet,  See-WC in Betrieb genommen, probegeheizt, das Hafenbecken mit Frostschutzmittel fluoreszierend grün eingefärbt - offensichtlich hatte noch niemand die Motoren laufen lassen, so das nun erstmal das Frostschutzmittel aus dem Kühlkreislauf kam-, still vor mich hingeärgert und mir den Abend mit dem Rest Zubrowka-Wodka, den Elszbieta und Jörg letztes Jahr zu unserer Schleifahrt mitgebracht hatten, verschönert und um eins etwas versöhnt in die Koje gekrochen...!

Irgendwie hatte ich  mir den "Saisonauftakt" anders vorgestellt.

Am Montag morgen schlug bei nunmehr schönstem Wetter dann pünktlich Sönke Dohm  von der Firma BS-Yachten auf, um wie vereinbart den Autopiloten einzubauen, zu dem ich mich nach den Zickzack-Langfahrten der vergangenen Saison doch noch durchgerungen hatte.

Herr Dohm sägte, schraubte und verdrahtete ruhig, professionell und schnell vor sich hin, änderte nebenbei noch die Luftführung der Heizung nach Ideen des Skippers ab und  meldete am frühen Nachmittag Vollzug und Bereitschaft zur Probefahrt zwecks Kalibrierung des Autopiloten. Gesagt getan, losgemacht ausgelaufen und vor der Schleibrücke das Kalibriermenü im Bedienpanel des Autopiloten aufgerufen. Dieses leitet dazu an, Kreise zu fahren und gibt Anweisungen, die Kreise enger oder weiter zu fahren, damit der sog Fluxgate-Kompassensor des Autopiloten weiss, wer er ist...Das ging irgendwie nicht richtig, weil das OK des Autopiloten ausblieb : Das lag daran, das an dieser in Hafennähe zwar breitesten Stelle der Schei einfach zu wenig "Freiraum" ist : ständig mussten wir die Kreise entgegen den Anweisungen des Autopiloten verändern, um nicht mit der Festmachertonne vor der Brücke, den Fahrwassertonnen, anderen Schiffen oder schlicht dem Ufer zusammenzustossen. Das gleiche Problem beim anschließenden "Autolearn-Menü" : hier fährt der Autopilot erst mal selbstständig  nach eigenen Vorstellungen verschiedene Manöver, um die Reaktionen des Schiffes kennen zu lernen. Beeindruckend zwar das selbstständige Fahren -wie von Geisterhand dreht ELSES Lenkrad - aber notwendigerweise mußte der Autolearn-Modus immer wieder unterbrochen werden, um Kollisonen mit anderen Schiffen und Gegenständen zu vermeiden.

Wir haben das Prozedere dann ergebnislos abgebrochen und auf die erste Fahrt auf See vertagt, zumal die "mechanische" Funktion des Autopiloten als solche gegeben war.

Wieder im Hafen, packte Herr Dohm zusammen, reiste ab und ich konnte noch ein wenig mit dem Autopilot "spielen"...Das geht alles sehr einfach und durch die Verbindung zum Kartenplotter (GPS), kann der Autopilot zuvor eingegebenen Routen abfahren oder einfach nur den eingeschlagenen Kurs halten, auf Befehl Ausweichmanöver oder verschiede "Muster" ( Kreise Viereck, Kleeblatt usw.) fahren. Mal sehen...! Dieses Jahr wird er uns nur wenig nützen, da wir  ja demnächst nur "Binnen" fahren. Vielleicht schafft er ja sogar auf dem teilweise schnurgeraden Elbe-Lübeck-Kanal etwas "Erleichterung"...Auf alle Fälle wird er uns in den nächsten Jahren bei unseren "Offshore"-Plänen helfen und vielleicht ist dann ja auch Jürgen als Initiator der ganzen Autopiloten Aktion dann wieder mit dabei..!

Während meines Aufbruchs zurück nach Hause komme ich noch mit dem Skipper der SIGYN (http://www.sigyn.de/de/) ins Gespräch, der den ganzen Tag neben der ELSE seinen Mast gestellt hat und die SIGYN seeklar gemacht hat. Der in Ehren ergraute Seemann bittet mich an Bord, bietet mir einen Kaffee aus seiner Thermoskanne und seinen Tabak an und erzählt von seinen Reisen mit der SIGYN und anderen Schiffen, behandelt mich mit meinen kleinen Berichten von unserer Reise im letzten Jahr so gar nicht als Motorbootfahrer und läßt mich angesichts seiner den Tag ausklingen lassenden Ruhe und Gelassenheit den Frust des Vorabends relativieren und vergessen....


 ELSE am "unwirtlichen" Kran-Liegeplatz neben dem Wikinkerschiff SYGIN



Das Bedienteil des Autopiloten : In Wirklichkeit sehr gut ablesbar, auch in der Sonne, und farbig....
Hier mit der "Kompassoberfläche"


MY.ELSE@kabelmail.de

Sonntag, 27. Februar 2011

Tausend und eine Nacht...

Nächtliche Oper in Göteborg  (Copyright : Max Galli)
Fast orientalische Anmut strahlt die meisterhaft von Fotograf Max Galli in Szene gesetzte nächtliche Oper von Göteborg aus...

Unmittelbar an "Lisebergs Gästhamn", dem zentral gelegenen Stadthafen am "Lilla Bommen", grenzt der Opernplatz und Max Galli`s Foto aus dem Kalender "Schweden 2011" mit der nächtlichen Oper erinnert uns an den schönen und abwechslungsreichsten Liegeplatz in der Mitte unserer Reise mit ELSE ím Sommer 2010 und eben diesen Anblick, den wir ein paar Tage geniessen durften.

Der Blick in die andere Richtung sieht kurz vor Sonnenaufgang um 3:20 Uhr so aus :


und am Tag hat die Oper auch was....


Schöne Erinnerungen und nach Göteborg möchte man gerne noch einmal...!


Freitag, 14. Januar 2011

Schlei pur...

Irgendwie waren wir Sommer 2010 Neptuns Lieblinge : Schon vor unserem unserer "großen" Reise mit ELSE hatten wir uns mit Jörg und Elzbieta für das letzte Juliwochenende auf der ELSE verabredet und üblicherweise sind solche lange im Voraus ohne Alternativtermin getroffenen Verabredungen dadurch gekennzeichnet, das sie "in`s Wasser fallen", insbesondere dann, wenn man vom Wetter schon über Gebühr so wie wir in diesem Sommer verwöhnt worden ist.

Nicht so an diesem Wochenende : Nach unserer gemeinsamen Anreise am Freitag sind wir am Sonnabend vormittag bei etwas windigem, aber schönem Wetter von Kappeln die Schlei hinauf nach Schleswig aufgebrochen.

Auch für uns und ELSE das erste Mal haben wir die Schlei in ihrer ganzen Länge befahren und für eine Nacht in dem von den Stadtwerken Schleswig betriebenen Yachthafen einen sehr schönen Liegeplatz "in der ersten Reihe" bekommen : nach hinten freier Rückblick auf die Schlei, nach vorne ein schöner "Hafenvorplatz" mit einem genialen Premium-Fischbrötchenverkauf und alles nur einen Steinwurf von der wirklich schönen Schleswiger  Innenstadt und dem sehenswerten "historischen" Ortsteil Holm, ursprünglich eine Fischersiedlung, entfernt.

Nach ausgiebiger "Besichtigung" der Stadt essen wir abends sehr gut und freundlich bedient im  "Hotel Alter Kreisbahnhof ", nachdem man uns in dem schon vor einiger Zeit von einem netten Segler sehr empfohlenen "Senatorkroog" eher unwirsch mit den Worten "hier ist alles voll und es warten schon andere.." abgewiesen hat.

Am Sonntag vormittag geht`s wieder bei schönem, diesmal ruhigerem Wetter zurück nach Kappeln. Unterwegs treffen wir kurz hinter der Klappbrücke bei Lindaunis zufällig unsere Stegnachbarn Hanna und Heiner mit ihrer "Seelene". die aufgrund des eher schwachen Windes bald in unserem Kielwasser zurückbleibt, dafür aber geräuschlos vorwärts kommt...

Alles sehr schön und wiederholenswert...


Hier nun die Bilder zur Fahrt, alle von Jörg gemacht...














kurz nach der Abfahrt: Arnis in Sicht


Schleiimpressionen...














Klappbrücke Lindaunis




ungeöffnet durch und noch alles dran ! 














Vorfahrt von links...!














 Seefahrt macht müde !



Insel Kieholm


Seekühe !!



Stexwiger Enge


                                                                 Wikinger vor Schleswig !



                                                                 Schleswig, schon ganz nah !


                                                                                   Toller Liegeplatz in Schleswig



                                                           Blick vom Liegeplatz über den Bug


                                                             Das weltbeste Fischbrötchen !


             ELSE`s Position auf dem Kartenplotter


Haus auf dem Holm  (alte Fischersiedlung )



                                          Nacht am Liegeplatz


                                                                   Auf dem Rückweg, kurz vor Missunde


Brücke voraus !


                                          Diesmal ist sie offen !



                                          Seepferde !




Unsere Stegnachbarn Hanna und Heiner mit ihrer SEELENE auf gleichem Kurs, gleich sind wieder alle in Kappeln... 



Das ganze ist ein "Nachtrag" von 2010 : der Post war schon ewig fast fertig, nun hat`s endlich geklappt...!  






Dienstag, 7. Dezember 2010

Nouvelle cuisine...

Es ist soweit : Die ersten Vorbereitungen für die Saison 2011 haben begonnen :

Der neue Herd ist da !


Der Origo C 200 hat die uns von unserem alten Herd auf der HYDRA bekannten  1 Liter Spiritustanks, mit denen man viele Male ohne nachzufüllen kochen kann. Im Vergleich zu den 150 ml Tanks des werkseitig eingebauten KENYO-Kochers hat der Origo ein  wahres Höllenfeuer und das Nachfüllen  erfolgt einfach direkt aus der Flasche in den einfach zu entnehmenden Tank, ohne das bisher notwendige Hantieren mit einer kleinen Einfüllflasche und rußigen Fingern...


Kochen mit Strom ( bei Landanschluss ) geht natürlich auch und zu allem Überfluss ist für den Spiritusbetrieb auch noch eine 12 Volt-Zündung vorhanden. Somit gehört auch das Anzünden mit einem "Stöckelstock" oder langem Feuerzeug -welches im entscheidenden Moment eh immer leer ist- der Vergangenheit an... Ausserdem gibt es nun auch einen Topfhalter, der allerdings direkt auf die Arbeitsplatte geschraubt wird und die Reinigung behindert. Dafür gibts aber auch bei Seegang frischen Kaffee.

Gas war uns bei sicherer Installation zu aufwendig und der schöne Wallas-Dieselkocher mit Ceranfeld kostet ein kleines Vermögen und hat neben schlechten "Bewertungen" bezüglich der Heizleistung aus unserer Sicht auch zu viel Technik die versagen kann.

Und beim Essen verstehen wir gar keinen Spass...!



MY.ELSE@kabelmail.de